Entfelder «Bürsti»-Areal bald neue Wohn-/Gewerbe-Oase?

Landanzeiger vom 22. Oktober 2009
von Markus Schenk

Die Gemeinde Oberentfelden möchte sich vom baufälligen «Bürsti-Aeal» trennen. An einer Info-Veranstaltung wurden die neuen Vorstellungen auf den Tisch gelegt. Kaum Freude daran fanden die bisherigen Mieter. Für sie ist ziemlich klar, dass die Mieten drast

Die Tage der alten Bürstenfabrik Walther sind wohl gezählt. Die Besitzerin - die Gemeinde Oberentfelden - möchte sich vom Areal trennen. Ursprünglich hatte sie dieses nur gekauft, um dem neuen Besitzer der Bürstenfabrik einen neuen Standort zu ermöglichen. Inzwischen gab es in der «Alten Bürsti» eine Zwischennutzung durch Kunst, Kleingewerbe und Kultur. Eine an und für sich gefreute Sache entstand, aber viel Geld wurde durch diese Nutzung der Gemeinde nicht in die Kasse gespült.

Wohnstandortwettbewerb gab Idee
Der Kanton Aargau hat im vergangenen Jahr einen Wohnstandortwettbewerb durchgeführt. Das Bürsti-Areal bildete eines der Kernobjekte. Aus diesem Wettbewerb sind Ideen für die Neu überbauung und die Neunutzung entstanden. Für den Gemeinderat war dieser Wettbewerb ein Glücksfall, entstanden doch so praktisch zum Nulltarif neue Nutzungsideen. Mehr noch: Kann das Wettbewerbsobjekt in vorliegender oder ähnlicher Form realisiert werden, kann man sich über die Gemeindegrenzen hinaus profilieren. Im Boot bleiben sollen künftig die Architekten Galli & Rudolf/Stirnemann, welche das Konzept planten. Hinzu kommt aber nun mit der Firma Losinger Construction AG ein Unternehmen, welches reiche Erfahrung in Grossüberbauungen mitbringt und das nötige Knowhow besitzt. Das Unternehmen hat in der Region bereits die Wohn- und Gewerbeüberbauung Gais in Aarau sowie den «Quellenpark» in Rohr realisiert. Als Grossprojekte sind ausserdem das Stade de Suisse in Bern und das St. Jakob-Stadion in Bern der Losinger-Tochter Marazzi bekannt.

Losinger prüft Aspekte der Arealentwicklung
Die Losinger Construction wird nun das Projekt in Zusammenarbeit mit den Architekten vorwärtstreiben. Dazu gehören auch noch Kontakte zur Denkmalpflege. In einem halben Jahr soll dann wieder darüber informiert werden. Die heutigen Mieter werden noch mindestens zwei Jahre auf dem Areal bleibe können. Wann ein eventueller Verkauf dann vor die Gemeindeversammlung kommt, ist heute noch unklar. Im besten Falle wird dies nächstes Jahr geschehen. Mit einem Baustart wird nicht vor Mitte 2011 gerechnet.

Mieter zeigten sich beunruhigt
An der Infoveranstaltung waren wie erwartet zahlreiche Mieter erschienen. Diese zeigten sich denn auch verständlicherweise sehr verunsichert über die Zukunft ihrer Räumlichkeiten. Zugeständnisse, wonach zum heutigen Preis Lokale gemietet werden können, gab es nicht. Die Gemeinde will sich nicht etwa aus der Verantwortung stehlen, sondern sie kann sich das Areal für die Zukunft wohl kaum mehr leisten. Zu viele Investitionen wären nötig. Wenn nämlich eines Tages ein Gebäude einstürzt, steht die Gemeinde in der Pflicht. Deshalb steht ein Verkauf des Areals mit gewissen Auflagen im Vordergrund. Diese Auflagen werden allerdings auf den Kaufpreis drücken. Sind es gar zu viele, kann kaum ein Investor gefunden werden. Das Ganze muss eben für alle Seiten tragbar sein. Ein leicht Aufgabe hat die Gemeinde und insbesondere der Gemeinderat da nicht (siehe Kommentar). Alle werden letztlich nicht restlos zufrieden sein, aber man müsste der Gemeinde auch dankbar sein, dass sie über einen grossen Zeitraum günstige Mieten ermöglichte.