Zukunft der "Bürsti" ist weiter ungewiss
Aargauer Zeitung / MLZ vom 3. Mai 2010
von Florian Müller
Die Oberentfelder Ateliers und Werkstätten luden ein
Seit den Verkaufsplänen des Gemeinderats blicken die Mieter der alten Bürsti auf eine ungewisse Zukunft. Die Besucher der sechsten Ausgabe der "open bürsti" zeigen Verständnis für die Anliegen von Künstlern und Handwerkern.
Dass eine alte Industriebrache wie die ehemalige Walther-Bürstenfabrik Charme besitzen kann, mag vielleicht erstaunen. Selbst ein Bild davon machen konnten sich die Besucher an der sechsten Ausgabe der "open bürsti". Beim Rundgang durch die Gebäude entdeckten die Interessierten eine Vielfalt an Werkstätten, Ateliers und Kulturangeboten. Im Gespräch mit Mietern wurde bald einmal klar, wieso eine Erhaltung der Räume nötig ist.
Umzugspläne sind da
So in der Werkstatt von Metallbauer Peter Kurt, der eigentlich gerne in der Gemeinde bleiben würde: "Die Zusammenarbeit mit dem Bauamt ist ausgezeichnet, eine Hand wäscht die andere", erklärt Kurt. Gleichzeitig gibt der Inhaber der Firma Plüss Metallbau zu erkennen, dass er sich nach anderen Räumlichkeiten umschaut:"Wenn das Angebot stimmt, würde ich auch weiter weg gehen." Kurt könnte sich auch vorstellen, sich in einem Neubau einzumieten:"Aber der Preis ist natürlich entscheidend."
Neben weiteren Handwerkern und Ateliers öffnete auch das Konzertlokal Böröm Pöm Pöm seine Türen. Dir Initianten blickten zurück auf die 16-jährige Geschichte des Lokals. Fotos von Konzerten und Umbauten zeigen, wie viel Energie und Zeit die Initianten investiert haben. "Unsere Existenz hängt an diesem Gebäude", erklärt Philipp Hirschel. Das Lokal sei nach und nach gewachsen, ein Neustart würde viel Zeit und Geld benötigen. Die Zukunft des Konzertsaals bleibt ungewiss.
Mehrwert für Bevölkerung
"Die Alte Bürsti steht für Werte, die nicht mit Geld abzugleichen sind", meinte ein Besucher und fügte an, dass die Verkaufspläne kurzsichtig seien. Er und auch die anderen Besucherinnen und Besucher scheinen die Mieter in der ehemaligen Bürstenfabrik zu verstehen. Kontinuierlich gewachsene Strukturen beinhalten verschiedene Kulturvereine, Kleinunternehmer und Kulturschaffende, einen Jugendtreff, ein Figurentheater, ein Konzertlokal und vieles mehr. Sie bereichern die Region und bieten kulturelle Angebote in verschiedenen Sparten.