Knappes Ja zu Kredit für «Alte Bürsti»

Aargauer Zeitung / MLZ 4. Juni 2010
von Thomas Röthlin

Die Oberentfelder Gemeindeversammlung hat am Donnerstagabend mit 83 Ja- gegen 78 Nein-Stimmen 240 000 Franken zur Ausarbeitung eines Gestaltungsplans für das Areal der «Alten Bürsti» bewilligt. Zudem kann eine Parzelle in die Wohnzone überführt werden.

Dem Beschluss ging eine hitzige Debatte voraus. Gemeindeammann Ruedi Berger betonte immer wieder, ohne Gestaltungsplan könne die alte, ja marode Bürstenfabrik bloss teuer und auf eigene Kosten saniert werden, ein Risiko für die Gemeinde als Eigentümerin. Der Gemeinderat würde das Objekt, das von Handwerkern und Kulturschaffenden zwischengenutzt wird, lieber verkaufen. Der Gestaltungsplan präjudiziere keinerlei konkretes Neubau oder Verkaufsprojekt, die öffentliche Mitwirkung bleibe gewährleistet.

Genau dies wurde in Zweifel gezogen. Der Gemeinderat habe der Arealentwicklerin Losinger das Exklusivrecht einer Umnutzungsplanung eingeräumt, ohne die Bevölkerung vorher zu fragen. Es fehle eine Vision, die Behörde wolle Kommerz statt Kultur, die «Bürsti» werde verramscht und zum weiteren grossen Wohnquartier mit viel Verkehr.