Bestreben der Behörden unverständlich
Aargauer Zeitung / MLZ 8. Mai 2010
Leserbrief von Günther und Dorothee Studtmann, Unterentfelden
Betr. MLZ 6.5.2010: Gestaltungsplan für Alte Bürsti
An dem gut recherchierten Artikel fällt auf, dass der den Verkauf des Walter-Areals vorantreibende Oberentfelder Gemeinderat anscheinend mit den dort schon seit Jahren eingemieteten und in der Interessengemeinschaft Alte Bürsti zusammengeschlossenen Handwerksbetrieben und Künstlerateliers keinerlei Zusammenarbeit über die Gestaltung der Zukunft betreibt. Stattdessen hat er eine grosse Immobilienfirma mit der Investorensuche – sprich Vermarktung – beauftragt. Dieses Verhalten betrachten wir als fragwürdig. Eine Behörde sollte sich unserer Ansicht nach um eine faire Interessen-Abwägung und um Kooperation mit allen Betroffenen bemühen. Stattdessen wird das altbekannte Lied gespielt: Investoren, Generalunternehmer, Baugeschäfte, Rendite. Die tüchtigen und fantasievollen heutigen Mieter haben in einem solchen Umfeld von Anfang an keine Chance. Wenn man sich vor Augen führt, wie viele Mehrfamilienhausüberbauungen in letzter Zeit in der Gemeinde erstellt worden sind, und welche
(Gross-)Ueberbauungen noch in Planung respektive bereits in Ausführung begriffen sind, erscheint das kompromisslose Bestreben des Gemeinderates, auch das Walter-Areal mit Wohnungen zuzupflastern und dafür das weit über Oberentfelden hinaus bekannte und geschätzte Künstlerzentrum zu opfern, als restlos unverständlich. Es ist zu hoffen, dass die Oberentfelder Stimmbürger an der Gemeindeversammlung vom 3. Juni die notwendigen Korrekturen anbringen werden.